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KI & Autorschaft – ein paar ehrliche Gedanken

Was macht einen Text wirklich echt? Ein persönlicher Blick auf KI, Autorschaft und die Frage, ob ein Werkzeug unsere Stimme ersetzen kann – oder sie vielleicht sogar klarer hörbar macht?
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KI & Autorschaft – ein paar ehrliche Gedanken

Ich lese immer wieder Beiträge darüber, dass KI „Texte schreibt“ und dass Autorinnen und Autoren dadurch „ihre Echtheit verlieren“.

Und inzwischen frage ich mich:

Was verstehen wir da eigentlich falsch?

Für mich ist KI kein Autor.
KI hat keine Biografie.
Keine Erinnerungen.
Keine Wunden.
Keine Erkenntnisse.
Keine Geschichte.

So erlebe ich es jedenfalls.

Für mich kann KI vor allem eines:
Sie formuliert und strukturiert das, was in einem Menschen bereits vorhanden ist – wenn dieser Mensch seine Gedanken überhaupt erst einmal aufschreibt und der KI gibt.

Wenn ich mit KI arbeite, dann nicht, weil ich nicht schreiben kann.

Sondern weil ich ein Werkzeug nutze, das die Zeit uns heute schenkt.

Früher war es die Schreibmaschine.

Ich durfte erleben, wie der erste Computer kam. Plötzlich wurden Textverarbeitung, Tabellen und vieles andere selbstverständlich. Heute ist Spracherkennung für viele ganz normal.

Die Technik verändert sich.

Der Mensch dahinter auch. Aber er bleibt eben ein Mensch.

Und ich glaube, auch die Menschen, die unsere Bücher lesen – heute und in Zukunft – kennen KI-Texte inzwischen sehr gut.

Aus ihrem Beruf.
Aus ihrem Alltag.
Aus Social Media.

Sie merken, wenn ein Text leer ist.
Sie merken, wenn ein Text austauschbar ist.
Sie merken, wenn ein Text keine Seele hat.

Hoffe ich zumindest.

Und sie merken genauso, wenn ein Text aus einem echten Leben kommt.

Wenn ich KI nutze, dann gebe ich die Gedanken vor.

Ich gebe die Richtung vor.
Ich gebe die Haltung vor.
Ich gebe die Tiefe vor.
Ich gebe die Wahrheit vor.

KI sortiert.
Ich fühle.

KI formuliert.
Ich erkenne.

KI strukturiert.
Ich erzähle.

Und ja – manchmal nehme ich die typischen KI-Gedankenstriche wieder heraus, weil sie mir zu viel sind.

Manchmal lasse ich sie inzwischen aber auch stehen.

Denn eigentlich sind es ja nur Gedankenstriche. Vielleicht haben wir Menschen sie einfach ein wenig verlernt und KI erinnert uns gerade daran, dass sie durchaus ihren Platz haben dürfen.

Manchmal mache ich kurze Sätze länger.

Manchmal verändere ich den Rhythmus.

Weil es mein Rhythmus ist.

Meine Stimme.

Meine Geschichte.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich auch, dass mir KI manchmal dabei hilft, Gedanken klarer zu ordnen. Nicht, weil sie sie für mich denkt – sondern weil sie mir eine Struktur anbietet, auf der ich weiterarbeiten kann.

Aber auch hier gilt für mich:

KI ersetzt mich nicht.

KI verstärkt mich.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, den viele übersehen.

Ein Werkzeug nimmt dir nicht deine Autorschaft.

Es nimmt dir nur die Ausreden.

Denn wer nichts zu sagen hat, bekommt auch mit KI keinen guten Text.

Und wer etwas zu sagen hat, kann mit KI vielleicht klarer, präziser oder sichtbarer werden.

Ich schreibe meine Bücher.

Meine Geschichte.

Meine Erkenntnisse.

Meine Wahrheit.

Aus meinem Leben.

Und aus meiner Gedankenwelt.

Und träumen ...

... kann KI überhaupt nicht.

Was wäre also, wenn KI nicht unsere Echtheit bedroht –

sondern uns manchmal dazu zwingt, noch ehrlicher zu fragen, was eigentlich wirklich von uns kommt?

Mich würde interessieren, wie ihr das seht.

Nutzt ihr KI beim Schreiben?

Wenn ja – wobei hilft sie euch?

Und wenn nein – was ist euer persönlicher Grund dafür?

 

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