Neu an Bord, Sonnensegel gesetzt, klar zum Auslaufen!
Hallo allerseits. Zunächst einmal vielen Dank an Axel für die Einladung, an Bord zu kommen. Ich bin gespannt darauf, zu welchen Orten in der Raumzeit der Schnelle Raumer der Punktasten mich - uns alle - tragen wird. Eins ist zweifellos klar: Es wird phantastisch!
Dann will ich mal erzählen, wer ich bin. Ihr dürft mich Ismael nennen ... Nein, Quatsch, das ist natürlich Unsinn. Ich bin nicht Ismael und die Punktasten jagen sicher nicht dem Weißen Wal hinterher (dafür hat Axel ein Bein zu viel). Ich heiße Volker Dornemann und zähle mich selbst ebenfalls zur schreibenden Zunft. Bislang konzentriere ich mich auf Kurzgeschichten und Microfiction aus den Bereichen der Science Fiction, der Phantastik und des gepflegten Horrors; meine Werke publiziere ich in verschiedenen Magazinen wie c't, phantastisch!, Exodus, Weltenportal und dem Wissenschaftsmagazin Space sowie in eigenen Büchern. Mit Romanen hapert es noch - ich bemühe mich, aber irgendwie liegen die kürzeren Erzählformen mir mehr. Mal abgesehen von diesem Text hier :-)
Das war nicht immer so. Ursprünglich bin ich freischaffender Illustrator, Grafiker und Cartoonist. Doch wie es manchmal so kommt, war irgendwann eine Veränderung nötig. Im Jahre des Herrn (oder der Dame) anno 2020 traf uns alle die Covid-Pandemie bzw. der damit verbundene ca. zwei Jahre andauernde Lockdown. Für mich als "Auftragskiller" in Sachen Grafik und Illustration bedeutete dies einen schweren Einschnitt in meine berufliche Situation. Ich habe Einiges für Veranstalter und Bühnenkünstler (sprich Bands) gemacht - doch ohne Veranstaltungen und Auftritte blieben verständlicherweise auch die Aufträge weg. Die Klientel aus dem industriellen Bereich blieb, jedoch mussten auch diese einen Sparkurs fahren. Es sah düster aus. Und da Murphy solche Zeiten gern ausgiebig nutzt, die Situation noch düsterer zu machen, erkrankte meine Mutter an Demenz. Als einzigem Sohn war es an mir, die Pflege zu übernehmen, was, wie man sich vorstellen kann, nicht einfach, ja, sogar ziemlich belastend war. Langer Rede, kurzer Sinn: Es stellte sich eine Zeichenblockade ein, deren Auswirkungen noch heute für mich spürbar sind. Ich bin jedoch niemand, der die Flinte so schnell ins Korn wirft. Da muss sich Murphy schon etwas mehr anstrengen. Schließt sich ein Ventil, so öffnet man ein neues. Die Kreativität will schließlich raus, und lässt man sie nicht, wird man bekloppt. Das war ich zwar schon vorher, aber das reichte auch, mehr Verrücktheit wäre nur kontraproduktiv gewesen. Und so begann ich in die Tasten zu hauen. Und das mit recht schnellem Erfolg. Bei Schreibwettbewerben bekam ich vorwiegend positives Feedback, und die ersten Magazinen schienen mich auch für keinen Dilettanten zu halten. So erblickten 2021 meine ersten öffentlichen Publikationen das Licht der Welt. Noch im selben Jahr stellte ich mein erstes Buch mit einer Storysammlung fertig: NANITEN - 200 phantastische Microstorys. Ja, ihr lest richtig: 200! Je eine pro Buchseite. Bei Microfiction geht das. Inzwischen sind diesen 400 weitere Micros in NANITEN 2 und 3 gefolgt, und am vierten Band sitze ich schon. Drei Bände mit längeren Story liegen auch bereits vor, ein weiterer liegt beim Verlag und noch zwei weitere sind für dieses Jahr in Arbeit. Ja, ich gestehe, ich bin süchtig :-)
Das ist der Stand der Dinge. Abgesehen davon, dass das Schreiben mir ein Ventil bot und auch die therapeutische Wirkung hatte, schwierige Situationen in fiktiven Geschichten zu verarbeiten, bin ich vor allem froh über die wunderbaren Kontakte, die sich im Zuge all dessen ergeben haben. Kontakte zu Redaktionen und Verlegern und natürlich Autorenkollegen. Einige dieser Kontakte haben sich zu echten Freundschaften entwickelt, und dafür bin ich wirklich dankbar. Welches Resümee ziehe ich daraus? Dass jede zunächst katastrophale Situation immer auch Chancen bietet. Man muss sie nur nutzen.
In diesem Sinne: Haut rein! Alles wird gut. Euer Volker

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