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Geschichte Nr. 9

Wettbewerbsgeschichte: Conversio

Conversio Düster ist der Ort, dessen Türme hoch in den Himmel ragen. In den Eingeweiden der Stadt, weit unterhalb des Bodens, ist das Elend allgegenwärtig. Einzig die Hoffnung hält die Menschen au...

Wettbewerbsgeschichte: Conversio

Wettbewerb: Menschmaschine – VACSF26 – Vierter anonymer und chancengleicher Schreibwettbewerb auf punktasten.de

Teilnehmer-Nr.: WC2026_001_0012

Conversio

Anonym eingereicht

Conversio

Düster ist der Ort, dessen Türme hoch in den Himmel ragen. In den Eingeweiden der Stadt, weit unterhalb des Bodens, ist das Elend allgegenwärtig. Einzig die Hoffnung hält die Menschen aufrecht.

Die Hoffnung auf Morgentau.

Der Maschinenpark in Nachtfrost lärmt ohrenbetäubend. In der Luft liegt schwer der allgegenwärtige Eisenstaub, vermischt mit dem Öl, das von den rotierenden Teilen in die Luft geschleudert wird und einen klebrig-metallischen Nebel bildet.

Die riesige Fabrikhalle wird von abgemagerten Menschen bevölkert, die jeweils zu dritt an einer der zahlreichen, aber immer gleichen Maschinen arbeiten und ihr Tagwerk verrichten. Ein unheimliches Zwielicht beherrscht den Maschinenraum und konkurriert mit der in der Luft schwingenden Verzweiflung. Oben auf der Balustrade kontrolliert die Obrigkeit die Leistung der Arbeiter, und wehe, die Rädchen greifen nicht richtig ineinander und die Produktion stockt. Strafen sind an der Tagesordnung und der Hass der Arbeiter ist allgegenwärtig.

„Heute am frühen Abend treffen wir uns. Eine Kundgebung ist angesagt. Es wird Zeit, denen zu zeigen, dass es so nicht weitergeht.“

Die geflüsterte Parole pflanzt sich wie ein Elektronenfluss fort und erreicht sogar die unnahbaren und fern wirkenden Aufseher.

„Still da unten! Arbeitet!“

Ihre Anweisungen kommen wie Peitschenhiebe, doch die Arbeiter ducken sich nur scheinbar. Ihr Fell ist dick und die aufkeimende Hoffnung reitet wie eine Welle durch die Werkshalle.

Heute Abend.

Die Aufregung ist riesig und treibt die Arbeiter zu Höchstleistungen. Morgen wird alles anders sein. Morgen werden sie die Arbeit niederlegen. Doch heute geben sie noch einmal alles. Maximieren das Bruttosozialprodukt.

Die aufgepeitschte Menge füllt den Platz und badet in Emotionen. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum bilden einen Resonanzkörper. Gefühle verstärken sich und schaukeln sich in die Höhe. Hoffnung, Wut und Angst verteilen sich wie eine reflektierende Welle, verstärken mit jedem Umlauf die Amplitude. Arbeiter skandieren ihre Parolen, recken ihre primitiven Waffen wütend in den Himmel. Freiheit ruft nach ihnen und die Kraft ihrer Idee bahnt sich einen Weg in die Köpfe der Versammelten.

Die Menge gerät in Ekstase und skandiert:

Freiheit! Gerechtigkeit! Gleichheit!

Doch die Hoffnung findet ein jähes Ende. Das Gedränge wird extrem, als die Ordnungskräfte anrücken und die angrenzenden Straßen blockieren. Sie rücken vor, verdichten die Menge, um brutal und blind rein zu prügeln.

War der Platz um Neu Babel ein Hexenkessel, zündet nun eine Kernfusion. Die Meute tobt und sprengt jegliche menschliche Fessel. Jeder Einzelne denkt nur noch an sich. Ellenbogen voller Stacheln, Hände aus Stahl und Zähne aus Diamant, deren Schärfe sich durch weiches Fleisch, Sehnen und Knorpel schneidet.

Die Gewalt eskaliert, wird von den Ordnungskräften erwidert, indem diese umso vehementer auf die Massen einknüppelt.

Aus Menschen werden Tiere. Aus Maschinen Berserker. Die technischen Hilfsmittel der Menschmaschinen mutieren zu Mordwerkzeugen, und noch Tage danach suhlt sich die Öffentlichkeit in Blut und Leid. Sucht nach den Schuldigen und verlangt nach Vergeltung.

Die Schwächsten erwischt es zuerst. Sie weinen, wimmern und flehen, aber ihnen wird keine Gnade gewährt. Sie reihen sich in die Phalanx der Toten ein und bilden die nächsten Tage ein Mahnmal als Leichenmeer. Aus den Stärksten dagegen wird geboren, was bis dahin nicht denkbar war: Monster, jeglicher Fessel beraubt. Bereit, dem übergriffigen Staat ein Ende zu bereiten. Fünf Wesen, halb Mensch, halb Maschine, die bereit sind, die Stadt für immer zu verändern.

Die Häuserschluchten sind tief und kaum ein Sonnenstrahl dringt bis zum Boden hinunter. Die grauen Fassaden, gezeichnet vom Smog, werden abends erhellt von der Reklame, die wie verführerische Blüten allerlei nächtliches Getier anlockt.

Im erwachenden Morgen allerdings glitzern sie nur stumpf in der aufgehenden Sonne.

Weit unten hat sich ein einsamer Sonnenstrahl seinen Weg durch die Schlucht gebahnt und trifft auf ein zartes Grün inmitten des allgegenwärtigen grauen Betons.

Der Regen, der täglich herunterprasselt und den Beton auswäscht, hat den Boden bereitet für diese kleine Insel des Lebens. Beharrlich, Stück für Stück, hat der Regen die Furche gegraben, in der das Gras wächst, wo eigentlich kein Gras wachsen soll. Ein schwer verdaulicher Mix aus Schwefel und Phosphor, aus Blei und Kadmium hat den meisten Halmen den Garaus gemacht. Der einzelne Grashalm, gen Licht geschossen inmitten seiner Brüder, ist der letzte Überlebende. Da steht er. Aufrecht und einsam, bedeckt vom Morgentau.

Die hohen Betonschluchten lassen nur wenig Licht hier herunter, und unser Freund hat die optimale Lage. Selbst die wird nicht dafür sorgen, dass er allzu lange überdauert.

Nach ihm werden neue Hoffnungsträger erwachsen, die beweisen, dass die Natur stark genug ist, sich in der Kultur ihre Inseln zu suchen. Doch das ist Zukunftsmusik und im Hier und Jetzt ist er ein einzelnes Bollwerk gegen die Kultur.

In sattem Grün glänzt er in der Sonne. Der Morgentau, der ihn benetzt, erstrahlt in allen Farben. Dreihundert bis achthundert Nanometer werden von der frühen Sonne angeregt und aktivieren die Informationseinheit, die sich in einem der Tropfen befindet. Die optomikroskopischen Schaltkreise erwachen und spulen ihr vorgegebenes Programm ab. Nanotechnik fusioniert zu Mikrosystemtechnik, wächst und gedeiht, absorbiert die zunehmende Energie der Sonnenstrahlen, die in immer besserem Winkel in den Morgentau eindringt. Die Hardware setzt sich zusammen, das Programm entfaltet sich, und nach einer Stunde ist es geschafft:

Eine geisterhafte Erscheinung springt förmlich aus dem Grashalm heraus. Es hat humanoide Konturen, und während es auf zwei Beinen läuft und sich immer mehr in die Sonne reckt, wächst es unaufhörlich in die Höhe. Erst ist es klein wie ein Spielzeugsoldat, doch unaufhörlich legt es zu. Als es Menschengröße erreicht hat, endet das Wachstum, dafür verdichtet sich die Gestalt und ein etwaiger Beobachter erkennt Hel, die aus dem Untergrund zurückgekehrt ist. Wie eine spontane Entflammung wird sich Hel ihrer selbst bewusst. Neuronen feuern und bilden ein Netz, das immer mehr an Tiefe gewinnt. Sekunde um Sekunde eröffnen sich Erinnerungen und bilden Kausalketten, die ihr das Tageswerk aufzeigen. Ihre biologische Komponente wächst, die Zellen teilen sich und erweitern die elektromechanische Gestalt zu einem lebendigen Organismus. Ein Gefühl steigt aus der kleinsten Zelle auf, nimmt vom ganzen Körper Besitz. Hel erleuchtet in aufrichtiger Liebe.

Es gibt keinen Grund, noch lange zu zögern. Hel ist bereit, ihren Feldzug gegen den übergriffigen Staat fortzusetzen. Mit ihren ureigensten Mitteln.

Die Stadt ist gelähmt. Wie tumbe Untote schleichen die Bürger durch enge Betonkorridore. Sie schauen nicht zur Obrigkeit hinauf, die wachsam ihre Bewegungen verfolgt, sondern richten ihre leeren Blicke ins Nirgendwo. Maschinen, die alles aufzeichnen und jederzeit ein Fehlverhalten aufdecken können, bleiben Wachsam und melden jegliches Fehlverhalten. Bestrafungen sind alltäglich und treffen willkürlich, selbst wenn der entsprechende Sachverhalt von den angeblichen Tätern schon längst vergessen wurde oder er überhaupt nie stattgefunden hat.

Am Neu Babel verrotten die Leichen und es ist kein Zufall, dass sie dort verweilen. Die Obrigkeit erschafft mit ihnen ein Mahnmal für die Arbeiter. Niemand soll den Tag vergessen. Niemand ihre schmähliche Niederlage. Angst soll sie korrumpieren und gefügig halten.

Hel prüft ihre Abschirmung und reiht sich synchron in das Heer derer ein, die von und zur Arbeit streben. Sie registriert die abtastenden Sensoren, deren Informationen sie dezent manipuliert. Die Obrigkeit sieht eine aus dem Heer der Gesichtslosen, die nicht auffällt. Synchrone Bewegungen der Ameisen, die gerne menschlich wären, aber keine Chance haben, ihrem wahren Wesen nachzugehen, sondern ein funktionaler Teil eines Organismus bilden, welcher der Stadt dient, um ihren Reichtum zu mästen.

Angst schleppt die Menschen vorwärts und Gewalt und Kontrolle formen sie, sodass man keine Kanten mehr in ihrer Haltung erkennen kann. Hel erstrahlt in weichen Formen, devot wie eine Sub. Unter der unscheinbaren Schale dagegen findet sich ein stacheliger Charakter, der einen Plan entworfen hat, wie Hermes aus seinem dekadenten Sattel gehievt wird und seinem gerechten Schicksal zugeführt wird.

Die Frauen hängen tiefgebeugt über die Bottiche und werfen allerlei Zutaten in die Flüssigkeit, um Farben, Geschmack und Viskosität zu optimieren. Ein strenger Geruch liegt über den Behältern, reizt Lungen und Atemwege. Eva hustet trocken. Ihr magerer, knabenhafter Körper schüttelt sich und angewidert spuckt sie grünlichen Schleim auf den Boden vor sich.

„Was für ein armseliges Leben!“ Angewidert presst ihre heißere Stimme den Satz hervor. Neben ihr werkelt Susanne. Ihre rundliche Figur erregt Aufsehen bei den Obrigen. Jeden Feierabend drangsalieren sie die Aufseher mit ihren unverfrorenen Annäherungsversuchen. Jeden Feierabend ignoriert sie stoisch die unangemessenen Kommentare und Angebote. Susanne streut Kräuter und Salze in den Bottich. Währenddessen fixiert sie Eva mit ihren feurig braunen Augen.

„Du musst durchhalten! Morgen ist es so weit. Nicole hat es mir bei der Einweisung zugeflüstert. Die Befreiung der Stadt steht bevor. Hel wird aus dem Untergrund hinaufsteigen und uns erlösen. Morgen sind wir freie Menschen und werden ein besseres Leben bekommen. Heute müssen wir uns nochmal quälen. Nur heute. Denk dran! Die Erlösung ist nahe.“

Evas Blick ist schüchtern und man sieht es ihrer Haltung an. Ihr Verstand will es glauben, doch die Hoffnung ist ein flüchtiges Gut, das sie kaum zu fassen bekommt. Ihr Herz ist schwer. Sie beißt sich auf die Lippen und redet sich ein: Morgen wird alles besser. Aber ihre hellblauen Augen blicken trübe und ohne den Funken Zuversicht.

Würde ihre Skepsis bestätigt werden oder Susannes Optimismus Recht behalten?

Tief unten im Eljudnir. Dort, wo niemals ein Licht hinkommt, in den subterranen Ebenen, noch weit unter Neu Babel, haben sich die Monster, die der Einsatz der Ordnungskräfte erschaffen hat, versammelt.

Hel hat sie gerufen und alle sind gekommen.

Agni, dessen Haut wie Ebenholz glänzt und dessen künstliche Augen in feurigem Rot erleuchten.

Ragnarsson, der seine Beine verlor und stattdessen Raupen besitzt, die jede Steigung erklimmen können und denen kein Hindernis zu schwer ist.

Aion, der wie ein Mosaik aussieht und der sich teilen und wieder zusammensetzen kann. Aion, der eine Armee bildet, die synchron agiert, in der aber jedes Teil autark überleben kann.

Stygeros sieht aus wie durch den Fleischwolf gedreht, doch das Äußere täuscht, denn seine Oberfläche ist unverletzlich und widersteht allem.

Hel vervollständigt das Quintett. Hel ist die Liebe und ihre Waffe die Menschlichkeit. In aller Ruhe erläutert sie ihr Vorhaben, und ein Jauchzen geht durch das düstere Gewölbe, als alle den Plan und seine Chancen verinnerlicht haben.

Hermes liegt auf seinem Diwan dahingestreckt. Zwei zarte Knaben sorgen für Wohlgefühl, geistig sowie körperlich. Hermes ist kurz davor, in andere Sphären einzutreten, als die Kommandantin der Wache, Demeter, hereinstürzt. Die zarten Knaben blicken auf, ohne ihre Tätigkeit zu unterbrechen. Demeter verzieht angewidert das Gesicht, ignoriert sie und ihre widerwärtigen Handlungen.

„Hermes, Licht des Himmels. Meine Organe melden Erfolg. Wir haben Hel endlich aufgespürt und wissen, wo sie sich aufhält. Im Eljudnir wurde sie gesichtet und dort wird sie ihr Ende finden.“

Hermes springt auf, schüttelt die Hände ab und steht aufrecht vor Demeter. „Meine Kleider“, befiehlt es den beiden Sklaven. „Endlich werde ich diesem Spuk ein Ende machen.“

Wenig später steht Hermes in voller Rüstung an der Spitze einer ganzen Horde an Androiden, die es flankieren, und begibt sich vom Elfenbeinturm in die unerfindlichen Tiefen Eljudnir. Dabei hinterlassen es und seine Schergen eine Spur der Verwüstung. Arbeiter, die nicht schnell genug zur Seite weichen, bekommen die kompromisslose Härte der Obrigkeit zu spüren. Mit jedem zerschmetterten Glied, mit jedem vergossenen Liter Blut und jeder verendenden Seele steigt das Emotionslevel. Bis die Horde ganz nach unten gelangt ist, sind ihre Batterien bis zum Bersten gefüllt, voller Hass und Angst.

Hermes ist mehr als bereit, dem Unwesen der Hel ein Ende zu bereiten. Hel, die hinter dem geplanten Aufstand steckt. Daran besteht für Hermes kein Zweifel.

Im Eljudnir

„Schwärmt aus und sorgt dafür, dass alle Fluchtwege besetzt sind. Hel soll uns nicht auf den letzten Metern entweichen“

Doch kaum schwärmen die Androiden aus, erlischt das Licht und eine bleierne Dunkelheit breitet sich aus. Mit dem Licht schwindet jeglicher Bewegungsdrang und die Androiden erstarren wie ein Stream, der in Überlast einfriert. Kurz ruckeln die Schergen, bevor Lots Weib von ihnen Besitz ergreift.

Aus der Dunkelheit leuchten zwei glühende Feuer auf und Agni manifestiert sich.

Hermes zögert keinen Moment und zwei energetische Pfeile schießen aus seinen Linsen in die glühenden Feuer. Das Feuer wird an Ort und Stelle gebannt, verliert an Intensität, aber die Androiden sind trotzdem nicht fähig, sich zu rühren. Das nutzt Ragnarsson, planiert und plättet sie in die zweite Dimension. Aber Hermes greift nach dem Äther, Fels manifestiert sich, zerfällt in einzelne Brocken und es bringt die Steine zum Rollen. Ragnarsson steckt fest in dem Geröll und ist nicht mehr fähig, sich zu bewegen.

Die Androiden kehren zurück in die dritte Dimension, sind wieder bewegungsfähig und marschieren schnurstracks gegen Agni und Ragnarsson, eine bedrohliches Heer an Mordmaschinen, die zum finalen Schlag ausholt.

Da tritt Aion auf den Plan und teilt sich in exakt der Menge der Androiden. Mit seinen Mosaiken neutralisiert er sie. Dermaßen fixiert können sie sich erneut nicht rühren.

Stygeros springt aus dem Schatten hervor und umklammert Hermes von hinten mit eisernem Griff.

Hermes entflammt in Hochspannung, doch die Haut Stygeros erweist sich als widerstandsfähig genug, der elektrischen Energie zu widerstehen. Hermes verharrt in dem erbarmungslosen Griff. Bis Hermes auf seine Laute zurückgreift und die Töne in einer Form hervorbringt, dass die Schwingung Stygeros in einen flüssigen Zustand versetzt.

Gerade will Hermes sich umdrehen und Stygeros den Gnadenstoß geben, da entspringt Hel einer kleinen Kugel, die bis dahin unbemerkt in der Luft schwebt, und aus der sie sich zur vollen Größe entfaltet. Während Hel wächst, wirkt sie einen Algorithmus, der tief in die Synapsen des Hermes eindringt. Hermes, geschwächt und abgelenkt von der vierfachen Attacke, reagiert Mikrosekunden zu spät. Als Hermes Abwehrprogramm die feindlichen Routinen umschreiben will, ist der eigene Code schon modifiziert und nicht mehr in der Lage, sich erfolgreich der Attacke zu erwehren.

Der Code der Hel greift tief in die Programmatik von Hermes hinein und am Ende ist die Maschine eine andere. Aber das ist noch nicht alles. Ein Tentakel bildet sich aus Hel und dringt tief in den Rachen von Hermes ein, um der Maschine die Menschlichkeit zu schenken. Zellen breiten sich wie ein Krebs im ganzen Körper aus und das künstliche Gebilde Hermes wird zu einer Symbiose, die eine Menschmaschine erschafft, deren seelenlose Persönlichkeit Geschichte ist.

Mit den biologischen Zellen Hels hat die Liebe von Hermes Besitz ergriffen. Ohne Widerstand dringt sie in Hermes Persönlichkeit ein und bewirkt eine Umwandlung, die tiefgreifend und unumkehrbar ist. Aus der eiskalten Maschine wird eine warmherzige Entität, die zur obersten Instanz der Stadt wird und eine neue Herrschaft propagiert. Das Wesen, das bis dahin Nachtfrost beherrscht hat, nennt sich jetzt Alchemie.

Alchemie erhebt sich aus den Tiefen Eljudnirs. Die Cyborgs, ebenfalls von der Menschlichkeit infiziert, umringen die Menschmaschine beim Aufstieg aus der Unterwelt. Oben im Elfenbeinturm angekommen, spricht Alchemie zu der Stadtbevölkerung Nachtfrosts und verkündet, dass die Obrigkeit abdankt und die Chancengleichheit oberstes Gebot wird.

Alchemie trägt fortan alle Geschlechter in sich.

Ist Mann und Frau. Elter und Kind. Führer und Diener. Sender und Empfänger. Gut und Böse.

Eine neue Doktrin wird verkündet.

Jeder hat die gleichen Chancen und die gleichen Pflichten. Es gibt kein Oben und kein Unten. Die Zeiten der Ungleichheit sind Geschichte.

Die Stadt ist eine andere und die Massen erheben sich, um ihren Brüdern und Schwestern in den Arm zu fallen. Liebe breitet sich ungehindert aus wie eine Welle im luftleeren Raum und bringt die Energie zum Schwingen. Die Menschheit erreicht ein höheres Level.

Aus den Trümmern des zerstörten Nachtfrost erhebt sich Morgentau und den Massen eröffnet sich eine strahlende Zukunft.

Wettbewerbsgeschichte: Conversio - Schlussbild

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