Wettbewerbsgeschichte: Flaschengeist, neu verkorkst
Flaschengeist, neu verkorkst So, Wolfilein hat jetzt mal eben die Oma verfrühstückt. Harter Brocken. Trotzdem, könnte gut und gerne noch ein Dessert gebrauchen. Oder wie der Engländer sagt: What
Flaschengeist, neu verkorkst So, Wolfilein hat jetzt mal eben die Oma verfrühstückt. Harter Brocken. Trotzdem, könnte gut und gerne noch ein Dessert gebrauchen. Oder wie der Engländer sagt: What
Flaschengeist, neu verkorkst
So, Wolfilein hat jetzt mal eben die Oma verfrühstückt. Harter Brocken. Trotzdem, könnte gut und gerne noch ein Dessert gebrauchen. Oder wie der Engländer sagt: What’s for pudding? Am liebsten wäre ihm ja, wenn es hier einfach liegen bleiben könnte, das Wolfilein, kleines Verdauungspowernapchen, und dann kämen die Täublein wie im Schlaraffenland direkt in sein Maul geflogen. Leider noch Zukunftsmusik. Die Entwickler sind ganz dicht dran. Aber noch muss Wolfilein ein bisschen selber jagen.
Huch, was ist denn das? Werbung? Horror? Klamauk? Du siehst, dass du den Anfang der Sendung verpasst hast und ziehst schnell den Schieberegler auf der Suchlaufleiste ganz nach links.
Halli, hallo, hallöchen, hier ist wieder euer Wolfilein, smart und hart, mit News aus der weiten Welt und heute aus der tiefsten Märchenprovinz. World meets Wald, und ja, wohin genau hat es uns verschlagen, IMP? In eine alte Jagdhütte am Frauenberg. In the middle of nowhere. Wo Fuchs und Hase sich guten Morgen sagen. So to speak. Alles ein bisschen improvisiert hier, wie ihr seht.
Du beobachtest den beleibten Kerl, wie er seine Wolfsmaske abnimmt und an einen Nagel hängt, so dass sie herabschaut wie ein Vierzehnender von der getäfelten Wand im Hubertus oder im Waldhorn. Sympathisch unsympathisch, der Kerl, denkst du, während du verfolgst, wie er sich jetzt in ein Damennachthemd mit Blümchen quetscht und eine gerüschte Nachthaube aufsetzt. Vielleicht so um die vierzig, schätzt du, für einen Influencer nicht mehr ganz taufrisch. Die Kamera schwenkt wild herum, eine Art Blockhaus mit Alkoven. Jetzt besteigt der Kerl das hohe Bett, schiebt sich riesige Kissen in den Rücken und zupft noch ein wenig an den Vorhängen herum. Irgendwie erinnert er dich an den armen Poeten auf dem berühmten Spitzwegbild.
So, Wolfilein hat jetzt mal eben die Oma verfrühstückt. Harter Brocken. Trotzdem, könnte gut und gerne noch ein Dessert gebrauchen –
Du fragst dich, warum der Kerl da auf diesem altertümlichen Tablet herumhackt, im Zeitalter von IMP. Märchen und Tablet, das ist ein bisschen viel Old School, denkst du. Kurios. Ah, es geht weiter.
Mal gucken. Wie viele Enkelinnen hat die Alte überhaupt ? Ok. Hier ist schon mal eine, die Clementine, 12 Jahre alt, wohnhaft in Altmorschen. Passt. Und da, noch eine, die Melissa, 15 Jahre, Neumorschen. Eine bräuchte es noch, vorsichtshalber, falls was schiefgeht, auf Vorrat quasi, dann reichts aber, hier ist sie, die Honey, 14 Jahre, Dagobertshausen, Dornröschenweg. Wolfilein lacht sich einen Ast. Prust. Apropos AST. Die Mädels haben natürlich alle ein IMP. Habt ihr euch gedacht, oder? Wer auch nicht! Ohne IMP könntet ihr mich hier gar nicht sehen. Aber was Wolfilein euch heute vorstellen will, das ist echt voll der Burner, absolute Innovation, das ist nämlich das neue Beta-Release von AST. A-S-T steht für Augmented Self-Talk. Ein Feature, das euch erlaubt, rund um die Uhr mit der Universal Intelligence in Kontakt zu bleiben. Alles was ihr denkt, träumt, wünscht, wird sofort ausgelesen und lösungsorientiert kommentiert. Keine saudämlichen Gedankenschleifen mehr. Grübeln, Begriffsstutzigkeit, Albträume ade. Für alles gibt’s sofort Response. Ihr habt Appetit auf was Süßes, wie Wolfilein jetzt, haha, kein Problem, AST verrät sofort, wo Mama die Plätzchen versteckt hat, oder lässt per Sweetair liefern. Und das Allerbeste: Ihr merkt gar nicht, wer da mit euch spricht. Ihr glaubt, das sind alles eure eigenen Gedanken. Ja, ich sehe, ihr sucht jetzt nach dem Bestellbutton? Nein, nein, so weit ist es noch nicht. Noch ist AST nicht im Handel. Aber Wolfilein, smart und hart, bietet euch das ultimative Probierschmankerl. Hier und heute. In Echtzeit. Leute, werdet jetzt Zeugen, wie sich unsere drei Täubchen wie von selbst auf den Flug machen. Also, da haben wir die Clementine und die Melissa und die Honey, yummy, yummy for my tummy, bei denen hackt sich das Wolfilein jetzt ein und installiert das AST.
Während der Kerl brummend auf dem Tablet herumhantiert, holst du dir ein Bier aus dem Kühlschrank und ein paar Snacks. Noch kommen die ja, denkst du mit Bedauern, bei dir noch nicht von selbst angetanzt.
So, das hätten wir. Das konntet ihr jetzt leider nicht mit anschauen. Weil noch Beta-Version. Also nur für Eingeweihte, klar. Aber nun geht’s los. Am besten mit der Honey. Die wohnt am weitesten weg. Die muss als Erste aufs Gleis.
Morsche, mei Honey-Schätzje! Biste aa scho uff de Been? Mir gehd’s heit net so rescht. Kummste späder mol rüwwer? Bring mer doch wat ze esse un ze drinke mit. Villäicht e Stick Kuche un e Flasch Woi. – Klar, gerne Omama. Das passt. Dann muss ich schon nicht in die Kirche. Bis dann. So long. – Komisch, die protestiert gar nicht. Warum sagt sie nicht, dass es reicht, wenn ich erst nach der Kirche komme? Muss ihr echt schlecht gehen. Hm. Die Stimme war auch anders. Frosch im Hals oder so. Und dann das mit dem Kuchen und dem Wein? Bin ich jetzt Rotkäppchen? Ich mach mir zu viele Gedanken. Wahrscheinlich schläft sie jetzt noch eine Runde, die Liebe. Das wird sie brauchen. Und wenn ich ankomme, ist sie wieder ganz die Alte. Alles wird gut. Und wo ist jetzt bitte mein Rucksack? In der Garage. Stimmt, den hab ich da gelassen, als ich vom Judoclub gekommen bin.
Morsche, mei Tini-Schätzje! Biste aa scho uff de Been? Mir gehd’s heit net so rescht. Kummste späder mol rüwwer? Bring mer doch wat ze esse un ze drinke mit. Villäicht e Stick Kuche un e Flasch Woi. – Logo, Omi. Wollt eh vorbeigucken. Hab alles schon gerichtet. Bis gleich. – Ich zieh die Tracht an, das wird ihr gefallen. Die hat sie mir geschenkt, weil ich ihre Lieblingsenkelin bin. Tini-Schätzje! Das hat sie noch nie gesagt. Voll schön. Die Tracht ist genau das Richtige heute am Sonntag. Schnell noch die Lackschuhe polieren. Wie mach ich das mit der Flasche und dem Kuchen? Am besten unter die Schürze binden, dann hab ich die Hände frei und kann unterwegs noch ein paar Blumen pflücken. Das wird sie freuen. Hach, das wird ein feiner Tag!
Was soll Wolfilein sagen, Leute, jetzt hätte das mit dem einen Täubchen sogar ganz ohne Zutun gefunzt. Die war ja schon quasi auf dem Weg. Alles bestens. Und weiter geht’s zur Melissa.
Morsche, mei Lissi-Schätzje! Biste aa scho uff de Been? Mir gehd’s heit net so rescht. Kummste späder mol rüwwer? Bring mer doch wat ze esse un ze drinke mit. Villäicht e Stick Kuche un e Flasch Woi. – Sorry Oma. Bin grad beim Schüleraustausch. Aber ich sag der Mama Bescheid.
Au Backe, da läuft was aus dem Ruder. Die Mama ist ein NoGo.
Ne, ne, lasse mol. Isch komm scho z’rescht. – Oki, tschaui. Ach ja, gute Besserung, Oma!
Da warens nur noch zwei. Hoffentlich geht die Rechnung noch auf. Kann jetzt nicht noch neue Enkelinnen suchen. Bin gespannt wie’n Flitzebogen. Rülps. Oops. Die Alte liegt schwer im Magen. Sorry. Die Mama hätte mir gerade noch gefehlt!
Der Kerl räkelt sich ächzend ein bisschen auf die Seite, liegt mehr als dass er sitzt, wendet seinen Blick dir zu und legt das Tablet auf ein Retro-Nachttischchen. Das mit dem „sympatisch“ nimmst du wieder zurück. Selbstbesoffener Scheißkerl. Eklig. Aber ausschalten kannst du jetzt auch nicht mehr.
Leute, Leute, jetzt wird’s heiß. Ja, auch das Wetter. Schaut mal her. Wolfilein hat einen Splitscreen eingestellt, so dass ihr hautnah mit verfolgen könnt, was da draußen abgeht. Hier links, das ist die Honey mit ihrem Rucksack. Durchtrainiert. Kein Gramm Fett. Lob, Lob! Gesundheit für die ganze Nahrungskette! So marschiert die da zur Bushaltestelle. Und rechts, schaut her, die Clementine in ihrer Tracht. Das rote Betzel auf dem Kopf. Prächtig. Prächtig. Sieben Unterröcke. Heilige Scheiße. Das wird was. Ein Haufen Verpackung. Was soll’s. Aber halt! Was sieht mein entzündetes Auge? Holla, die Waldfee! Was geht hier?
Du siehst jetzt, dass sich plötzlich ein dritter Bildschirm geöffnet hat. Eine mürrische, ältere Dame im schwarzen Kleid packt in einer Küche Kuchen und Wein in einen Korb. Oha, hier spitzt sich was zu, denkst du. Hat die Melissa doch die Mama aktiviert. Spannend. Sie geht zum Auto. Steigt ein. Korb auf den Beifahrersitz. Lässt den Wagen an. Fährt los. Der Alkoven ist auf Miniaturansicht geschrumpft. Trotzdem siehst du ganz deutlich, wie der Kerl im Bett fast ausflippt. Hämmert völlig unentspannt auf sein Tablet ein. Scheint echt in Rage, der Kerl.
Verdammt und zugenäht! Das artet ja aus. Die muss weg. Was macht das Wolfilein jetzt? Smart und hart. Jetzt kriegt die erstmal auch das AST. Anders geht’s nicht.
Da hab ich mal wieder alles stehen und liegen lassen für die hochverehrte Schwiegermama. Wenn die einen Schnupfen hat, muss alles Spalier stehen. Ich hasse es. Warum reg ich mich jetzt schon wieder so auf. In diesem Zustand kann ich auf keinen Fall da oben aufkreuzen. Erstmal abregen. Ich fahr auf den Waldparkplatz da vorne. Tief durchatmen. Vielleicht ein Schlückchen Château neuf du Pape? Klingt gut. Ja, genau, das brauch ich jetzt. Drehverschluss! Super! Ah. Gut. Ah. Langsam wird’s besser. Jetzt kriegt sie eben nur den Kuchen. Oder, ach was. Ich fahr wieder heim.
Abfangen potenzieller Fehllieferungen auf halber Strecke. Da ist das Wolfilein eben mächtig ins Schwitzen gekommen. Aber was geht jetzt hier? Wo ist die Honey? Halt, halt, die fährt in die falsche Richtung. Weiß die etwa nicht, wo ihre Omama wohnt? Ach so. Sonntag. Keine direkte Busverbindung. Na gut. Cool down, Wolfilein. Smart und hart. Kein Grund, nervös zu werden. Und die Tini? Ah, ja, zu Fuß unterwegs in ihrer Tracht. Biegt jetzt ab in den Wald. Ist ja niedlich, wie das Betzel hin- und herwackelt. Und jetzt immer geradeaus. Schön sittsam auf dem Weg bleiben, dass die Lackschühchen sauber bleiben. Immer den Berg hinauf. Nicht in der Gegend herumschauen. Nicht stehen bleiben. Ach so, ihr ist heiß. Was macht sie jetzt? Ach so. Pflückt Blumen. Ehrenwert. Ehrenwert. Das Auge isst mit. Bitte nur essbare Blüten. Da freut sich das Wolfilein aber wie Bolle. Sieht es schon vor sich, das Bouquet. Wie es zur Tür hereinschaut. Morsche Omi sagt.
So, die Honey muss jetzt umsteigen. Nicht den Rucksack vergessen, Honey. Wein und Kuchen für die Omama. Hey, was macht sie jetzt, quasselt mit Leuten rum? Das will dem Wolfilein aber gar nicht gefallen. Niemals mit Fremden sprechen! Hoppla? Die gehen zusammen zu einem Auto? Ach so, Bekannte, gut, sie kann bis zum Waldbach mitfahren. Bravo. Alles fügt sich.
Du kannst jetzt die Tini im Wald sehen, rechter Splitscreen, mit der einen Hand hält sie ihre Schürze fest, dass nichts herausfällt. Mit der anderen pflückt sie Blumen. Jetzt singt sie sogar leise vor sich hin. Vöglein im hohen Baum. Klein ist’s, ihr seht es kaum. Das unschuldige Ding. Du magst sie. Du spürst Unbehagen, wenn du in ihre Zukunft schaust. Gleich wird sie ankommen. Da vorne sind schon die Nusshecken oder was das sein soll.
Hallo, hier ist wieder euer Wolfilein. Hat sich schön gemacht für euch, die feine Wolfsmaske aufgesetzt. Serviette um den Hals. Soviel Stil muss sein. Das wird eine Show. Spürt das Wolfilein da nicht schon, wie ihm das Wasser im Maul zusammenläuft? Hört es da nicht schon Schritte an der Schwelle? Schnell den Vorhang zurechtgezupft! Wolfilein wär dann soweit.
Oje, in dir braut sich jetzt etwas Größeres zusammen als nur Unbehagen. Du hast sie inzwischen lieb gewonnen, die Kleine. Du willst nicht, dass ihr etwas zustößt. Du wünschst, du hättest jetzt auch das AST. Und so ein Tablet. Du wünschst, du könntest jetzt auch eingreifen ins Spiel.
Ei, mir wird so wunderlich. Jetzt wird es auch noch dunkel. Eben war die Sonne noch so schön.
Nicht stehen bleiben, Tini. Wolfilein hat den Wetterbericht gecheckt. Das ist nur ein kleines Wölkchen vor der Sonne. Gleich wird alles wieder gut.
Warum haben die Vögel aufgehört zu zwitschern? Omi hat mir das erklärt. Wenn ein Gewitter naht, hören die Vögel auf zu singen. Ist das nicht gefährlich im Wald? Bei Gewitter. Wie heißt es so schön, vor den Eichen sollst du weichen, Weiden sollst du meiden, doch die Fichten flieh mitnichten und die Buchen musst du suchen. Wie gut, dass es hier nur Buchen und Fichten gibt! Mir ist, als hör ich plötzlich die Omi sprechen. Der Spruch ist falsch, sagt die Omi. Auch auf Buchen und Fichten musst du verzichten. Sagt sie doch immer. Mir wird so schwül. Hör auf dein Gefühl. Sagt sie immer.
Du siehst, wie sich der Kerl auf einmal dreht und windet. Als würden ihn die Eingeweide plagen. Er geht wieder in die Sitzhaltung, legt das Tablet vor sich auf die Bettdecke und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Plötzlich ballt er die Fäuste und schlägt sich auf den Bauch.
Ruhe da drin. Wolfilein muss sich jetzt konzentrieren. Hier läuft was ganz gewaltig schief. Was macht sie jetzt, die Tini. Legt die Blumen auf die Türschwelle. Wahnsinnig geworden? Stellt die Weinflasche daneben. Den Kuchen auch. Wolfilein kann’s nicht fassen!
Der rechte Splitscreen vibriert geradezu, als Tini auf dem Absatz ihres Lackschuhs umdreht und bergab rennt. Du siehst die Bäume an ihr vorbeirasen. Die Unterröcke fliegen. Die Schürze auch. Das Betzel löst sich und fällt in die Blumen am Wegrand. Wie eine Mohnblume zwischen all den Vergissmeinnicht, so liegt es jetzt da, das Betzel. Tini lässt alles hinter sich und rennt und rennt. Du atmest auf.
Nein, oh, nein, was macht das Kind? Ist die wahnsinnig? Halt. Falscher Film. Falsches Script.
Du siehst, wie sich der Kerl völlig ermattet, maximal enttäuscht in die Kissen fallen lässt. Vor sich hin stammelt. Und sich dann plötzlich wieder aufrafft.
Da ist ja noch eine unterwegs. Halt halt halt, was macht die Honey? Sitzt noch unten im Auto. Wartet den Schauer ab. Jetzt steigt sie aus. Juhe! Die Honey, die lässt sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen. Resilienz pur. Zuverlässig. Kein Schisshase. Handfest. Schwingt sich den Rucksack auf den Rücken. Marschiert los. Da ist der Waldbach. Ja, jetzt nach rechts abbiegen. Die weiß, wo’s lang geht.
Jetzt schon Mohnblumen? Das ist früh. O Gott, das ist ja Tinis Betzel. Was ist passiert? Ach, die Tini ist manchmal so unachtsam. Das ist ihr beim Blumenpflücken herabgefallen. Kein Grund zur Sorge. Mal schauen, ob Omama den Fußabtreter hat machen lassen. Bin letztes Mal fast gestolpert. Hab dem Förster gesagt, er soll das Ding seniorengerecht tiefer legen. Nicht dass sie noch hinfliegt in ihrem Alter. Und nicht, dass ich noch hinflieg ... Und die Weinflasche hinüber ist ... Ich nehm sie vorsichthalber schon mal aus dem Rucksack ...
Da kommt sie, die Honey. Brav. Nochmal die Maske richten. Ja. Der Vorhang. Perfekt. Tablet unter die Bettdecke. So. Wolfilein wär dann soweit.
Du sitzt auf deinen Daumen und betest, dass Honey Tinis Blumen und den Kuchen und den Wein an der Türschwelle sieht. Du bibberst und hoffst, lass sie umdrehen, bitte Honey, dreh um! Aber Honey dreht nicht sich um. Sie dreht die Flasche um und hält sie jetzt am Hals, Verschluss nach unten. Bei dir blitzt kurz das berühmte Bild von Delacroix auf, die Freiheit mit der Tricolore in der Faust.
Fußabtreter, ich komme.
Du siehst, wie Honey ein Stolpern antäuscht, ihre Hand saust gegen den Türrahmen, die Flasche zerbirst. Du hörst sie schreien.
Omama, ich komme –
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